Von Brenntal nach Frauenrigl: der Wandel des Gewürztraminer Riserva
Von Brenntal nach Frauenrigl: der Wandel des Gewürztraminer Riserva
Wie bereits in einem unserer früheren Blogeinträge mitgeteilt, haben wir im Zuge der Einführung des Südtiroler Langekonzepts unser Sortiment überarbeitet und einige Weine neu benannt, um die Unterscheidung zwischen Lagenweinen und Weinen mit Fantasienamen noch klarer und unmittelbarer zu machen. Eine weitere Änderung ist die Neupositionierung des Gewürztraminers von der Lage Brenntal in die Lage Frauenrigl, verbunden mit einem entsprechenden Namenswechsel.
Der neue FRAUENRIGL Gewürztraminer Riserva wird voraussichtlich ab Dezember 2026 erhältlich sein und markiert damit ganz konkret die stetige Weiterentwicklung unserer Kellerei. Der BRENNTAL Gewürztraminer Riserva, historisch einer der repräsentativsten Weine der Kellerei, wurde erstmals Anfang der 2000er-Jahre produziert – in einer stilistischen Phase, in der intensive, kraftvolle und hochkonzentrierte Weine gefragt waren. Im Laufe der Zeit führten jedoch der Klimawandel und die steigenden Temperaturen, gepaart mit dem Anspruch einer präzisen Sorten-Lagen-Kombination, dazu, dass wir das Zusammenspiel von Rebsorte und Lage neu überdacht haben. Die Lage Brenntal stellt heute nicht mehr den geeignetsten Ort dar, um den Stil auszudrücken, den wir für die Rebsorte anstreben. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung, mit dem Gewürztraminer in höhere Lagen auszuweichen und ihn in der rund 150 Meter höher gelegenen Lage Frauenrigl anzubauen. Dort ermöglichen die Klimabedingungen – bei weiterhin lehmreichen Böden und steilen Hanglagen – ein frischeres, ausgewogeneres und präziseres Profil.
„Unsere Arbeit beginnt immer mit der Beobachtung der einzelnen Lagen und Weinberge“, erklärt unser Kellermeister Erwin Carli. „Jede Rebsorte bringt ihre Eigenschaften nur dann bestmöglich zum Ausdruck, wenn sie am richtigen Ort wächst. Gerade im Kontext des Klimawandels bedeutet das heute, frühere Entscheidungen zu hinterfragen und kontinuierlich danach zu streben, jene Sorten-Lagenkombination zu finden, die den Charakter eines Gebiets am authentischsten widerspiegeln.“
Eine Entscheidung also, die keinen Bruch mit der Vergangenheit darstellt, sondern vielmehr die natürliche Weiterentwicklung eines Ansatzes ist, der sich im Prinzip „Lage für Lage, Wein für Wein“ zusammenfassen lässt: eine Philosophie, die die Entwicklung unserer Kellerei über Jahre hinweg geprägt hat und die heute durch das Lagenkonzept ihre Bestätigung sowie eine noch klarere und präzisere Ausdrucksform findet.
PS: Bereits vor seinem Markteintritt konnte der FRAUENRIGL mit zwei Auszeichnungen (u.a. den 3 Gläsern vom Gambero Rosso) und mehreren Presseartikeln auf sich aufmerksam machen – ein erfreuliches erstes Zeichen dafür, dass der neue Weinstil gut ankommt. Wir freuen uns schon, diesen auch mit euch zu teilen!
Das Lagenkonzept Südtirol
Mit dem Jahrgang 2024 wurden 86 Lagen definiert, die als geografische Einheiten genau abgegrenzt und rechtlich geschützt sind. Für jede Lage wurden eine bis max. fünf Rebsorten definiert, die bei Anbau in der entsprechenden Lage als Lagenwein vinifiziert und den Namen der Lage sowie das Lagensymbol auf dem Etikett tragen dürfen. Es gilt eine Mengenreduzierung bis zu 25% gegenüber der maximalen DOC Erntemengen, die Trauben müssen zu 100% aus der Lage stammen. Lagenweine sind durch das Lagensymbol Südtirol lage gekennzeichnet.
Mit neun Lagenweinen aus acht verschiedenen UGAs nimmt unsere Kellerei eine Vorreiterrolle in Südtirol ein.